Verschuldung der Immobilienkonzerne

In der Zeitschrift Euro am Sonntag vom 7. wird unter der Überschrift "Immo-Konzerne unter Druck" kurz von der Verschuldungssituation mancher Immobilienkonzerne berichtet. Spätestens am 25. März werde Egger, Vorstandschef der Patrizia Immobilien AG die Bilanz für 2008 vorlegen. Es wird spekuliert, er werde zu diesem Zeitpunkt auch bei der Refinanzierung kurzfristiger Verbindlichkeiten Vollzug melden.

Bis dahin müsse Patrizia allerdings Kredite im Wert von 530 Millionen Euro verlängern. Letztlich sei die Situation für das Unternehmen auch im Falle der Verlängerung als weiter kritisch einzustufen, da es bis Jahresende eine Lösung für insgesamt 1,2 Milliarden Euro Verbindlichkeiten finden müsse.

Patrizia sei unter den Immobilienkonzernen keine Ausnahme: Bei den zehn größten börsennotierten Immobilienkonzernen in Deutschland belaufe sich die Summe kurzfristiger Verbindlichkeiten nach Schätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg auf 4,2 Milliarden Euro. Es entfielen 3,1 Milliarden allein auf Patrizia, Vivacon und IVG. Im Ergebnis drohten Insolvenzen. Für die Banken als Gläubiger resultiere immer die Frage, ob ein direkter Zugriff auf Immobilien im Zuge einer Insolvenz im Vergleich zur Abzahlung der Kredite jetzt nicht die bessere Option darstellen würde. Insbesondere bei Immobilienkonzernen, bei denen der Verschuldungsgrad, das Verhältnis von Krediten zu Vermögenswerten, größer als 65 % sei, habe diese Frage besonderes Gewicht. Die 65 %-Grenze sei für Banken in der Regel die Obergrenze für die Bewilligung von Refinanzierungen. Patrizia liege mit einem Verschuldungsgrad von 80 % an der Spitze einer Liste der Lampe Bank, in die zehn deutsche Konzerne einbezogen wurden; bei sieben der zehn Firmen auf der Liste betrage die Verschuldung höher als 65 %.