Bron: Der G-REIT

Eine der ersten Dissertationen – oder wahrscheinlich sogar die erste – zum Thema deutscher REIT wurde im Dezember 2007 vom Nomos-Verlag zusammen mit C.H. Beck veröffentlicht. Autor ist der bereits aus zahlreichen Veröffentlichungen zum Thema bekannte Bron, der bereits an der Sachverständigenanhörung des Deutschen Bundestages zum REIT-Gesetz teilgenommen hat und insofern hautnah am Gesetzgebungsprozess beteiligt war. In der Arbeit mit dem Titel "Der G-REIT" wird eine rechtsökonomische Analyse mit steuerlichem Fokus durchgeführt. Doktorvater ist Prof. Kraft, Lehrstuhlinhaber an der Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg.

Ausgehend von den Defiziten der bestehenden Formen der indirekten Immobilienanlage und dem REIT als internationalem Standardprodukt wird in der Arbeit der Bedarf für einen deutschen Real Estate Investment Trust (G-REIT) abgeleitet und eine idealtypische Grundkonzeption des G-REITs vorgestellt. Im Rahmen der Entwicklung der idealtypischen Konzeption des G-REITs wird auch detailliert auf die Rechtslage zu US-REITs eingegangen. Zudem wird eingehend das im Vorfeld der Einführung von G-REITs diskutierte Problem der Sicherstellung der Besteuerung ausländischer Anleger vor dem Hintergrund der Doppelbesteuerungsabkommen und europarechtlichen Regelungen thematisiert. Letztlich werden denkbare Lösungsvarianten herausgearbeitet. Darauf aufbauend wird das REIT-Gesetz kritisch gewürdigt, indem die Sicherstellung der inländischen Besteuerung ausländischer Anteilseigner durch ein Höchstbeteiligungsmodell gelöst wurde (§ 11 Abs. 4 REITG). Bei der Untersuchung werden technische und inhaltliche Schwächen des REIT-Gesetzes verdeutlicht. Sowohl fiskalische Risiken als auch steuerplanerische Chancen sowie zahlreiche Defizite des G-REITs werden aufgezeigt. Im Anhang der Arbeit sind zahlreiche Belastungsvergleiche zu unterschiedlichen Immobilieninvestitionen zu finden. Im Einzelnen wird die Direktinvestition in Immobilien der Investition über gewerbliche Personengesellschaften, über Kapitalgesellschaften und über den deutschen REIT gegenübergestellt. Dabei werden der Zeitraum 2007-2009 berücksichtigt, d. h. sowohl die Rechtslage vor als auch nach der Unternehmensteuerreform 2008 wird einbezogen.

Kommentar: Für eine wissenschaftlich-theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema G-REITs ist die Arbeit von Bron uneingeschränkt zu empfehlen – die Entwicklung eines idealtypischen REIT-Modells und die gleichzeitige Gegenüberstellung mit dem aktuell vorliegenden REITG liefert gewinnbringende Einblicke aus einer steuersystematischen Perspektive. Das REITG weist zahlreiche Defizite auf und hier wird ein Konzept entwickelt, anhand dessen diese mitunter gelöst werden können. Neben der qualitativen Rechtsanalyse, in der für den Praktiker nützliche Gestaltungsmöglichkeiten deutlich werden, können die tabellarischen Belastungsvergleiche auch für den interessierten privaten Anleger dienliche Erkenntnisse zur Höhe der möglichen Steuerlast seines Investments liefern.