Offene Fonds: Nur geringes Risiko

Im vergangenen Quartal wurde bei Immobilienfonds ein Drittel des gesamten Fondsvermögens von der Anteilsrücknahme ausgesetzt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung des Anlagevehikels Immobilienfonds waren nun in der Zeitschrift Platow neueste Ratingergebnisse von Scope Analysis zu lesen. Letztlich sei das Fazit zu ziehen, dass in der aktuellen Marktsituation kaum ein Investmentvehikel ohne Renditerückgänge durch die Krise kommen werde - auch Offene Immobilienfonds nicht.

Dennoch beurteilten die Analysten die Branche positiv. Ungewiss sei allerdings, wie die Assetklasse in neun Monaten aufgestellt sein wird. Einerseits habe die Brache mit erheblichem Verkaufsdruck bei zahlreichen Immobilien zu kämpfen, andererseits vertraue trotz Fondsschließungen, Medienberichterstattung und Verunsicherungen die Mehrheit ihrem Krisenmanagement.

Als beste Retailfonds seien der grundbesitz europa mit dem Zielmarkt Europa sowie der UniImmo Global mit weltweiter Ausrichtung zu bewerten (AA Rating). Keines der den Privatanlegern zugänglichen Produkte habe aber auf ganzer Linie überzeugen können. Lediglich der WestInvest ImmoValue, einem Fonds der Sparkassen-Finanzgruppe für institutionelle Anleger, erhielt ein AAA-Rating. Als die bestplatzierten Europa-Fonds für Privatanleger seien der grundbesitz europa (AA) von RREEF Investment, der hausInvest europa (AA) von Commerz Real, der WestInvest InterSelect (AA-) von WestInvest, der UniImmo: Europa (A+) von Union Investment Real Estate sowie der Deka-ImmobilienEuropa (A+) von der Deka Immobilien Investment einzustufen. Ferner wurde der hausInvest europa von CRI hervorgehoben, der durch sein großes, gut diversifiziertes Immobilienvermögen Marktveränderungen besser abfangen könne als kleinere Produkte.

Erhöhte Risiken der bewerteten Immobilienfonds wurden bei Mietvertragsstrukturen und -laufzeiten für die kommenden 3 Jahre analysiert. Weiterhin seien die Kreditquoten bei einzelnen Fonds deutlich angestiegen (Branchenmittel 26,4 %). Nach Aussage von Scope Analysis seien Wertberichtigungen womöglich nicht auszuschließen. Zwar könnten diese im Einzelfall erheblich sein, es gebe aber aus heutiger Sicht keinen Grund zur Annahme, dass ein allgemeiner Trend zur Abwertung zu erkennen sei.