Kapitalmarktkrise und Immobilienmarkt
12.04.2008, 13:58 Uhr, abgelegt in: Kapitalmarkt
In der Immobilien Zeitung vom 10.4.2008 (Nr. 14, S.
1) äußern sich die Vorstände deutscher
Immobilienbanken zur Wirkung der Subprime-Krise auf
den deutschen Immobilienmarkt – sie gehen davon aus,
dass keine Immobilienkrise resultieren wird. Vielmehr
bleibe die internationale Finanzkrise auf den
Kapitalmarkt beschränkt. Es werde zwar weniger
großvolumige Invesitionen in deutsche Immobilien
geben als in den vergangenen Jahren, allerdings
werden weiterhin Miet- und Preissteigerungspotenziale
genutzt werden können. Problematisch gestalte sich
hingegen die Aufnahme von Darlehen zwecks Kauf von
Immobilien.
Mit Ausbruch der Kapitalmarktkrise sei eine Projektfinanzierung ohne Eigenkapital von 25 % bis 40 % kaum denkbar geworden. Hinzu komme der Anstieg der Kreditzinsen für gewerbliche Immobilienfinanzierungen, der zunehmend insbesondere mittelständischen Unternehmen Probleme bereite, da diese tendenziell über eine zu dünne Eigenkapitaldecke verfügten und ihnen so die dringend notwendige Aufnahme von Fremdkapital versagt werde.
Einerseits werde deutsche Immobilienmarkt durch die Finanzkrise deutlich rückläufige Transaktionsvolumina verzeichnen, andererseits könnte Deutschland im Rahmen Portfolioanpassungen internationaler Investoren sogar von den Problemen andernorts profitieren. Die Wertkorrekturen am Markt seien jedoch noch nicht abgeschlossen: Die Krise könnte die deutschen Banken nach Schätzungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) insgesamt zwischen 43 Mrd. und 60 Mrd. USD kosten. Das gehe aus einem internen Papier der BaFin hervor, welches der Zeitschrift Spiegel vorliege. Die Immobilienzeitung summiert die bisher bekannt gegebenen Belastungen, die auf die Verwerfungen an den Kapitalmärkten im Zuge der Subprimekrise zurückzuführen lassen, bereits auf mindestens 24,3 Mrd. Euro, also ca. 36 Mrd. USD. Wann die Krise beendet sei, ließe sich nach Auffassung der befragten Banker allerdings nicht seriös schätzen.
Kommentar: Für den G-REIT hat sich die Finanzmarktkrise bereits deutlich ausgewirkt, da Börsennotierungen für REITs vorgeschrieben sind und daher zur Zeit eine faktische Markteintrittsbarriere darstellen. Mit starken Abschlägen auf den Net Asset Value (NAV) der Aktie einer REIT-Gesellschaft, ist eine Börsennotierung aussichtslos, auch wenn sich die Finanzmarktkrise nicht direkt auf deutsche Immobilien auswirken sollte. Hier kommt die zwingende Börsennotierung des G-REITs zum Tragen, die Substanzwerte der Immobilien spielen dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Hinsichtlich der Aufnahme von Fremdkapital ist im REIT-Gesetz in § 15 geregelt, dass der REIT eine Eigenkapital-Fremdkapital-Quote von 33,25:66,75 haben muss; insofern werden sich die erschwerten Bedingungen des Kapitalmarktumfeldes – zumindest in dieser Hinsicht – für den G-REIT nicht drastisch auswirken.
Ihre Meinung:
Mit Ausbruch der Kapitalmarktkrise sei eine Projektfinanzierung ohne Eigenkapital von 25 % bis 40 % kaum denkbar geworden. Hinzu komme der Anstieg der Kreditzinsen für gewerbliche Immobilienfinanzierungen, der zunehmend insbesondere mittelständischen Unternehmen Probleme bereite, da diese tendenziell über eine zu dünne Eigenkapitaldecke verfügten und ihnen so die dringend notwendige Aufnahme von Fremdkapital versagt werde.
Einerseits werde deutsche Immobilienmarkt durch die Finanzkrise deutlich rückläufige Transaktionsvolumina verzeichnen, andererseits könnte Deutschland im Rahmen Portfolioanpassungen internationaler Investoren sogar von den Problemen andernorts profitieren. Die Wertkorrekturen am Markt seien jedoch noch nicht abgeschlossen: Die Krise könnte die deutschen Banken nach Schätzungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) insgesamt zwischen 43 Mrd. und 60 Mrd. USD kosten. Das gehe aus einem internen Papier der BaFin hervor, welches der Zeitschrift Spiegel vorliege. Die Immobilienzeitung summiert die bisher bekannt gegebenen Belastungen, die auf die Verwerfungen an den Kapitalmärkten im Zuge der Subprimekrise zurückzuführen lassen, bereits auf mindestens 24,3 Mrd. Euro, also ca. 36 Mrd. USD. Wann die Krise beendet sei, ließe sich nach Auffassung der befragten Banker allerdings nicht seriös schätzen.
Kommentar: Für den G-REIT hat sich die Finanzmarktkrise bereits deutlich ausgewirkt, da Börsennotierungen für REITs vorgeschrieben sind und daher zur Zeit eine faktische Markteintrittsbarriere darstellen. Mit starken Abschlägen auf den Net Asset Value (NAV) der Aktie einer REIT-Gesellschaft, ist eine Börsennotierung aussichtslos, auch wenn sich die Finanzmarktkrise nicht direkt auf deutsche Immobilien auswirken sollte. Hier kommt die zwingende Börsennotierung des G-REITs zum Tragen, die Substanzwerte der Immobilien spielen dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Hinsichtlich der Aufnahme von Fremdkapital ist im REIT-Gesetz in § 15 geregelt, dass der REIT eine Eigenkapital-Fremdkapital-Quote von 33,25:66,75 haben muss; insofern werden sich die erschwerten Bedingungen des Kapitalmarktumfeldes – zumindest in dieser Hinsicht – für den G-REIT nicht drastisch auswirken.
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