Interview G-REIT-CEOs

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift REIT up, die diesmal ausnahmsweise nicht als Printversion, sondern als pdf-Datei an die Abonnenten versandt wurde, ist ein interessantes Interview der beiden CEOs beider am Markt befindlichen G-REITs zu lesen. Es geht im Einzelnen um die vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise geänderten Marktbedingungen im Jahr 2009, die weitere Entwicklung bei den Offenen Immobilienfonds und die Ziele der beiden REIT-Aktiengesellschaften.

Bezüglich der Frage, welche Trends sich auf dem deutschen REIT-Markt im Jahr 2009 entwickeln werden, gehen die Auffassungen beider REIT-Chefs weit auseinander. Schaich, CEO der Fair Value-REIT AG, schätzt die Situation positiver ein als Elamine, CEO der Alstria Office REIT AG: Nach Schaichs Auffassung sei im ersten halben Jahr 2009 keine Aktivität am REIT-Markt zu verzeichnen, ab der zweiten Jahreshälfte aufgrund des Abklingens der Finanzkrise und der per Gesetz hohen Eigenkapitalquote der deutschen REITs (§ 15 REITG) jedoch eine Erholung des Marktes zu erwarten. Es wird auch Potenzial zur Konsolidierung kleinerer Immobilien-AGs gesehen. Elamine geht hingegen davon aus, dass es im Jahr 2009 keine neuen G-REITs geben wird und auch generell keine REIT-spezifischen Entwicklungen auftreten werden.

In der Frage, ob es in 2009 Notverkäufe am deutschen Immobilienmarkt geben werde, liegen beide CEOs etwa auf einer Ebene; beide rechnen mit keinen bzw. nur sehr wenigen Notverkäufen. Letztlich erhöhe sich die Marktgängigkeit von kleinen und mittelgroßen Objekten in Stadtlage mit langfristigen Mietverträgen, wohingegen rein opportunistisch bedingte Veräußerungen kaum noch vorkommen würden. Dem deutschen Markt käme zugute, dass es nicht – wie in Großbritannien oder Spanien – zu übertriebenen Preisen gekommen sei.

Einig sind sich beide CEOs ebenfalls hinsichtlich der Frage nach der Entwicklung der Offenen Fonds. Aufgrund der vermehrt auftretenden Liquiditätsengpässe bei dieser Anlageart sei eine zwingende Börsennotierung oder das direkte Konvertieren in einen REIT notwendig, der ohnehin per Gesetz börsennotiert zu sein hat. Ansonsten sei für die Anlageform der Offenen Fonds keine positive Zukunft zu erwarten.

Werden die zwei CEOs nach ihren eigenen Unternehmenszielen gefragt, so gibt Elamine Auskunft, dass sich die Alstria Office REIT-AG im Jahr 2009, wie auch bereits in den beiden Vorjahren, auf das Asset Management und die Beziehungen zu ihren Mietern konzentrieren werde sowie zudem den Verschuldungsgrad des Unternehmens reduzieren wolle. Schaich rechnet mit einer konstanten Ertragskraft seines Unternehmens; primäres Ziel sei es vor allem, das umbewegliche Vermögen bis Ende des Jahres 2009 durch Transaktionen zu verdoppeln.