Jahresabschlüsse der deutschen Immobiliengesellschaften

In der F.A.Z. vom Freitag, den 20.3.2009, sind unter der Überschrift "Krisenbewältigung vor Publikum" Details zu den erfolgten Veröffentlichungen der Jahresabschlüsse von börsennotierten Immobiliengesellschaften zu lesen. Mit der IVG Immobilien AG und der DIC Asset AG hätten die ersten deutschen an der Börse notierten Gesellschaften ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Im Einzelnen wird auf die durchgeführten Abschreibungen sowie das Verhalten der finanzierenden Banken eingegangen. Allein IVG sei gezwungen gewesen, Abwertungen von 944 Millionen Euro vorzunehmen.

Ebenso habe DIC abwerten müssen und ein von 36 auf 25 Millionen Euro gesunkenes Ergebnis erwirtschaftet. In der kommenden Woche sei die Veröffentlichung weiterer Jahresabschlüsse zu erwarten, unter anderem von Gagfah S.A., Patrizia Immobilien AG und dem deutschen Real Estate Investment Trust Alstria Office AG.

Anhand der die Jahresabschlüsse begleitenden Kommentare sei der Umgang mit den angesichts der Finanzmarktkrise bestehenden Herausforderungen erkennbar gewesen: Einerseits werde versucht, durch Steigerung der Mieteinnahmen einen erhöhten Mittelzufluss zu generieren, andererseits werde unter Rückgriff auf drastische Sparmaßnahmen versucht, die Kostenbasis zu verkleinern. Verkäufe hätten hingegen nur eine untergeordnete Bedeutung.

Von großer Relevanz seien hingegen die noch anstehenden Gespräche mit den Banken hinsichtlich Anschlussfinanzierungen (vgl. hierzu bereits den Blog-Eintrag vom 8.3.2009). So sei bei Aktiengesellschaften öffentlich bekannt, wann bestimmte Kreditlinien auslaufen, etwa bei IVG seien bis Jahresende Kredite über 900 Millionen Euro zu verlängern. Hierzu heisse es in der jüngsten Unternehmensmitteilung des Unternehmens, dass die Gespräche in "einer konstruktiven Atmosphäre" verlaufen würden. Faktisch sei derzeit aus Branchenkreisen häufig zu hören, dass sich Banken gegenüber Immobiliengesellschaften solange kooperativ zeigen würden, wie der laufende Schuldendienst als gewährleistet angesehen werden kann. Zu erklären sei dies, da Zwangsvollstreckungen aus Sicht der Banken aufgrund der zurzeit zu erzielenden niedrigen Preise wenig Sinn machen würden. Eine Pleitewelle von deutschen börsennotierten Immobiliengesellschaften sei daher zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten.

Eindeutig sei allerdings, dass Börsianer Immobilienaktien den Rücken zugekehrt hätten, da die Titel in den vergangenen drei Jahren gemessen am Epra Germany Index rund 75 % an Wert verloren hätten. Der DAX hatte im selben Zeitraum 38 % verloren. Spekulative Investoren seien jedoch bereits wieder zu Einstiegen bereit, so z. B. Vedder, der bei IVG kürzlich die Anteilsschwelle von 5 % überschritten habe.