REIT-Fonds als Alternativinvestment
07.12.2008, 17:33 Uhr, abgelegt in: Privatanleger
In der Börsen-Zeitung vom 21.11.2008 schreibt
Terliesner auf Seite zwei über den bislang
ausgebliebenen Erfolg von G-REITs. Obwohl die
deutschen REITs mit viel Vorschusslorbeeren im Jahr
2007 an den Start gegangen seien, wären bislang
lediglich zwei REIT-Aktiengesellschaften gegründet
worden: Alstria Office und Fair Value. Langfristig
orientierten Anlegern eröffne sich aus dem
derzeitigen Marktumfeld allerdings die Möglichkeit,
durch einen Einstieg bei niedrigem Kurs von den
Wachstumsmöglichkeiten zu profitieren.
Zu den grundsätzlichen Vorteilen des G-REITs wird auf die hohe Ausschüttungsquote eingegangen. REITs seien von der Steuer befreit, sofern sie ihre Erträge an die Anleger ausschütteten, wobei die Ausschüttungsquote in Deutschland regelmäßig 90 % betrage. "Die Aktionäre versteuern die Dividende dann mit ihrem persönlichen Steuersatz; beziehungsweise ab 2009 pauschal mit 25 %", wird Wiebe, Steuerexpertin des Zentralen Immobilienausschuss (ZIA) zitiert. Trotz der für Investoren attraktiven Zuverlässigkeit der Ausschüttung und der steuerlichen Attraktivität, die insbesondere auch für Unternehmen und Kommunen interessant sei, um ihre Immobilien an die Börse zu bringen, sei ein Fehlstart der G-REITs auch mit bestimmten Regelungen im eigens für sie geschaffenen Gesetz (REITG) zu begründen. Etwa die strenge Regulierung des Aktionärskreises mit einem zwingenden Streubesitz nach der Börsennotierung der REIT-Aktiengesellschafft in Höhe von 15 % sowie der Unzulässigkeit von direkten Beteiligungen von über 10 % seien problematisch, da bei einem dauerhaften Verstoß gegen die Auflagen der Gesellschaft der REIT-Status verlustig ginge. So liege es in der Macht Dritter, den REIT-Status zu beeinflussen.
Als zentrale Ursache für den ausbleibenden Erfolg wird die Finanzkrise genannt. Börsengänge von neugegründeten REITs seien derzeit nicht attraktiv. Speziell im Immobiliensektor komme die volle Tragweite der Finanzkrise zur Geltung. Als Alternative zur Direktanlage in REITs werden entsprechende Fonds vorgeschlagen. Allerdings seinen auch jene von der allgemeinen Baisse betroffen. Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds, die direkt in Immobilien investieren würden, hätten sich REIT-Fonds auf das Investment in gelistete Immobilienwerte spezialisiert, worunter sowohl REITs als auch normale Immobilienaktien fallen. Anlageregionen seinen schwerpunktmäßig die USA, Asien und Australien sowie auch Europa. REIT-Fonds seien nur für risikobereite Anleger geeignet, da höheren Renditechancen bei REITs naturgemäß stärkere Kursschwankungen gegenüber stehen würden. Daher würden REIT-Fonds als Aktienbranchenfonds betrachtet werden; Kurse von REITs und anderen Immobilienaktien bzw. REIT-Fonds orientierten sich am allgemeinen Aktienmarkt und nicht an den zugrunde liegenden Immobilien. Offene Immobilienfonds seien im Unterschied dazu äußerst wertstabil, so dass sich die beiden Anlageformen optimal ergänzen würden.
Nach Auffassung von Haubelt, sei derzeit eine gute Kaufgelegenheit für REIT-Fonds. Für Langfristig orientierte Anleger böten sich aufgrund der aktuellen Kurse sukzessiv Einstiegschancen, da bei Entspannung der Kreditkrise von einer Annäherung der G-REITs und Immobilienaktien an ihre Substanzwerte zu erwarten sei. Im Ergebnis seien gelistete Immobilienwerte aktuell deutlich günstiger als direkt gekaufte Immobilien. Der Anleger müsse allerdings genügend Geduld haben, da Immobilienaktien bzw. REITs noch einige Monate auf niedrigem Kursniveau hohen Schwankungen unterliegen würden.
Kommentar: In dem Aufsatz ist eine kleine Ungenauigkeit zu korrigieren: Bereits eine Beteiligungshöhe von 10 % kann den Verlust des REIT-Status herbeiführen, nicht erst eine von über 10 % (§ 11 Abs. 4 REITG).
Zu den grundsätzlichen Vorteilen des G-REITs wird auf die hohe Ausschüttungsquote eingegangen. REITs seien von der Steuer befreit, sofern sie ihre Erträge an die Anleger ausschütteten, wobei die Ausschüttungsquote in Deutschland regelmäßig 90 % betrage. "Die Aktionäre versteuern die Dividende dann mit ihrem persönlichen Steuersatz; beziehungsweise ab 2009 pauschal mit 25 %", wird Wiebe, Steuerexpertin des Zentralen Immobilienausschuss (ZIA) zitiert. Trotz der für Investoren attraktiven Zuverlässigkeit der Ausschüttung und der steuerlichen Attraktivität, die insbesondere auch für Unternehmen und Kommunen interessant sei, um ihre Immobilien an die Börse zu bringen, sei ein Fehlstart der G-REITs auch mit bestimmten Regelungen im eigens für sie geschaffenen Gesetz (REITG) zu begründen. Etwa die strenge Regulierung des Aktionärskreises mit einem zwingenden Streubesitz nach der Börsennotierung der REIT-Aktiengesellschafft in Höhe von 15 % sowie der Unzulässigkeit von direkten Beteiligungen von über 10 % seien problematisch, da bei einem dauerhaften Verstoß gegen die Auflagen der Gesellschaft der REIT-Status verlustig ginge. So liege es in der Macht Dritter, den REIT-Status zu beeinflussen.
Als zentrale Ursache für den ausbleibenden Erfolg wird die Finanzkrise genannt. Börsengänge von neugegründeten REITs seien derzeit nicht attraktiv. Speziell im Immobiliensektor komme die volle Tragweite der Finanzkrise zur Geltung. Als Alternative zur Direktanlage in REITs werden entsprechende Fonds vorgeschlagen. Allerdings seinen auch jene von der allgemeinen Baisse betroffen. Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds, die direkt in Immobilien investieren würden, hätten sich REIT-Fonds auf das Investment in gelistete Immobilienwerte spezialisiert, worunter sowohl REITs als auch normale Immobilienaktien fallen. Anlageregionen seinen schwerpunktmäßig die USA, Asien und Australien sowie auch Europa. REIT-Fonds seien nur für risikobereite Anleger geeignet, da höheren Renditechancen bei REITs naturgemäß stärkere Kursschwankungen gegenüber stehen würden. Daher würden REIT-Fonds als Aktienbranchenfonds betrachtet werden; Kurse von REITs und anderen Immobilienaktien bzw. REIT-Fonds orientierten sich am allgemeinen Aktienmarkt und nicht an den zugrunde liegenden Immobilien. Offene Immobilienfonds seien im Unterschied dazu äußerst wertstabil, so dass sich die beiden Anlageformen optimal ergänzen würden.
Nach Auffassung von Haubelt, sei derzeit eine gute Kaufgelegenheit für REIT-Fonds. Für Langfristig orientierte Anleger böten sich aufgrund der aktuellen Kurse sukzessiv Einstiegschancen, da bei Entspannung der Kreditkrise von einer Annäherung der G-REITs und Immobilienaktien an ihre Substanzwerte zu erwarten sei. Im Ergebnis seien gelistete Immobilienwerte aktuell deutlich günstiger als direkt gekaufte Immobilien. Der Anleger müsse allerdings genügend Geduld haben, da Immobilienaktien bzw. REITs noch einige Monate auf niedrigem Kursniveau hohen Schwankungen unterliegen würden.
Kommentar: In dem Aufsatz ist eine kleine Ungenauigkeit zu korrigieren: Bereits eine Beteiligungshöhe von 10 % kann den Verlust des REIT-Status herbeiführen, nicht erst eine von über 10 % (§ 11 Abs. 4 REITG).