Immobilienaktien und G-REITs

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Immobilien & Finanzierung (8/2008) wird im Leitartikel (S. 4) die aktuelle Situation am Kapitalmarkt unter Einbezug der Entwicklung von Immobilienaktiengesellschaften und REITs kommentiert. Zunächst wird ein Rückblick über die Entwicklung von Immobilienaktien im Zeitraum April 2007 bis April 2008 gegeben. In Folge wird auch die Entwicklung der deutschen REITs seit der Einführung des REIT-Gesetzes (REITG) mit einbezogen.

Zwar gelte die Anlage in Immobilien als sicher, die Anlage in Immobilienaktien habe sich aber als fatal herausgestellt. Etwa habe sich der Immobilienindex des Bankhauses Ellwanger & Geiger im genannten Zeitraum ausgehend von einer Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Euro auf 16 Milliarden Euro reduziert. Da der Index wegen seiner heterogenen Zusammensetzung nicht zwingend für Vergleiche tauge, wird zudem die Wertentwicklung bekannter Immobilienaktiengesellschaften hervorgehoben, bei denen sich bei Kursverlusten zwischen 7 % und 75 % derselbe drastische Negativtrend herausstelle. Die Kursverluste werden teilweise auf die durch das REITG geschürten Hoffnungen ausländischer institutioneller Investoren zurückgeführt, die dadurch zu einem Kaufrausch bei den Immobiliengesellschaften veranlasst worden seinen. Das REITG stand zu diesem Zeitpunkt noch in Vorbereitung. Im Zuge der Subprime-Krise mussten dann die zu hohen Preisen gekauften Immobilienaktien mit deutlichen Wertverlusten wieder veräußert werden.

Selbst die Verabschiedung des REITG habe an dem Abwärtstrend der Immobilienaktien nichts mehr ändern können. Die meisten REIT-Aspiranten hätten das "große Zeitfenster" für den Gang an die Börse verpasst, da sie sich in Diskussionen über die Lücken und Tücken des REIT-Gesetzes verloren hätten. Nun seien sie zwar bereit, das Kapitalmarktumfeld sei aber nicht mehr für einen Börsengang geeignet, da dieser mit einem signifikanten Abschlag auf den Börsenkurs einhergehe. Letztlich dürfe es noch mindestens zwei Quartale dauern, bis sich das Börsenumfeld wieder erholt habe und den G-REITs den Stoff für eine spannende Story liefern könne. Zur Zeit sei aber der günstige Kauf von deutschen Immobilien noch über den Kauf von Immobilienaktien möglich.

Kommentar: Ob sich die Wertentwicklung der Aktie einer REIT-Aktiengesellschaft langfristig eher wie eine Immobilienanlage oder wie eine Anlage in eine Aktiengesellschaft verhält, ist selbst vor der gegenwärtigen Entwicklung des Kapitalmarktumfeldes nicht zu klären, da diese nur eine kurzfristige Betrachtung widerspiegelt.