Nachhaltigkeit als Entwicklungschance für REITs
15.02.2010, 12:38 Uhr, abgelegt in: Literatur
In einem interessanten Literaturbeitrag beleuchten
Schäfer/Gromer/Lucas den deutschen REIT
unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit
(Betriebswirtschaftliche Blätter, Januar 2010, Nr. 1,
Seite 35). Das Real Estate Investment Trust-Konzept
wird hierbei bezüglich der dauerhaft zukunftsfähigen
Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und
sozialen Dimension menschlicher Existenz untersucht.
Auf der Ebene einzelner Immobilien sei insbesondere
deren Beitrag zum Klimawandel als zentrales Element
der Nachhaltigkeit in den Blick zu nehmen.
Dies habe sich an einer Umfrage von CoreNet und Jones Lang LaSalle aus dem Jahr 2008 verdeutlicht, wonach mehr als zwei Drittel aller weltweit befragten Immobilienmanager das Thema Sustainability als "Critical Business Issue" bewerteten, was einer Steigerung der Wahrnehmung dieses Themas um 50 % im Vorjahresvergleich entsprochen habe.
In einer Analyse des weltweiten REIT-Marktes zeigen die Autoren auf, welchen Anteil Sustainable REITs an den jeweiligen REIT-Märkten haben. Insgesamt ermitteln sie 55 REITs, die die im Rahmen ihrer Studie aufgestellten Kriterien eines Sustainable REITs erfüllen. Weltweit betrage der Anteil von Sustainable REITs bislang etwa 12 %.
Aufgeteilt nach Regionen (USA, Europa, Australien, Asien und sonstige Länder) sei anzumerken, dass asiatische Sustainable REITs unterrepräsentiert seien, was zum einen an einer mangelnden Initiative der Unternehmen liegen könne oder aber an der fehlenden Transparenz ihrer Nachhaltigkeitsvorhaben. Der australische REIT-Markt weise im Unterschied vergleichsweise ausgereifte und detaillierte Nachhaltigkeitsmerkmale aus. Europa bilde mit 14 REITs die zweitgrößte Nachhaltigkeitsgruppe der Untersuchung. Insbesondere Großbritannien stelle mit neun Unternehmen den größten Anteil und nehme damit die führende europäische Anbieternation von Sustainable REITs ein. Die ebenfalls hohe Anzahl von US-REITs lasse sich einerseits durch den dort generell sehr weit entwickelten REIT-Markt erklären, anderseits sei sie in der umfangreichen, klar strukturierten Nachhaltigkeitsberichterstattung vieler Unternehmen begründet.
Statistisch gesehen sei, wie die Untersuchung zeige, weltweit der Anteil an Sustainable REITs relativ gering. In Deutschland fehlten solche Anlagevehikel bislang allerdings komplett.
Im Zuge der Einführung von G-REITs sei von organisierten Vertretern der privaten Mieter die Sorge geäußert worden, dass die hohen Renditeerwartungen ausländischer institutioneller Investoren an dieses Immobiliensegment zu unsozialen Wohnverhältnissen und kaum noch bezahlbare Mieten führen könnten. In der Folge wurde deutschen REITs die Investition in inländische Wohnimmobilien - sog. Bestandsmietwohnimmobilien - verboten. Aus Sicht der Autoren sei das gesellschaftlich unzweifelhaft relevante Problem lösbar, indem eine künftige Reform des REIT-Gesetzes (REITG) mit speziellen Regelungen zur Förderung von Sustainable REITs flankiert würde.
Hierdurch könne eine Steigerung der Attraktivität von REITs für institutionelle Investoren erfolgen, indem die von den Finanzmarktteilnehmern bei Gründung, Zulassung und dem Betrieb von REITs derzeit beklagten Unzulänglichkeiten abgebaut würden. Mit dem Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) bestünde ein erster Ansatzpunkt für Nachhaltigkeitsregelungen des G-REITs. Prinzipiell spreche nichts dagegen, dass der Gesetzgeber verbindliche Mindestanforderungen z.B. an die Transparenz von Nachhaltigkeitskriterien stellt, um in einer nächsten legislativen Runde REITs attraktiver zu gestalten und gleichzeitig bestehende Anwendungsprobleme des REITG zu lösen.
Im Ergebnis könne die Förderung von Sustainable REITS, also Aktiengesellschaften mit überwiegend umweit-, aber auch sozial verträglichen Immobilien, eine Entwicklungschance für Gesellschaft und die Märkte darstellen.
Dies habe sich an einer Umfrage von CoreNet und Jones Lang LaSalle aus dem Jahr 2008 verdeutlicht, wonach mehr als zwei Drittel aller weltweit befragten Immobilienmanager das Thema Sustainability als "Critical Business Issue" bewerteten, was einer Steigerung der Wahrnehmung dieses Themas um 50 % im Vorjahresvergleich entsprochen habe.
In einer Analyse des weltweiten REIT-Marktes zeigen die Autoren auf, welchen Anteil Sustainable REITs an den jeweiligen REIT-Märkten haben. Insgesamt ermitteln sie 55 REITs, die die im Rahmen ihrer Studie aufgestellten Kriterien eines Sustainable REITs erfüllen. Weltweit betrage der Anteil von Sustainable REITs bislang etwa 12 %.
Aufgeteilt nach Regionen (USA, Europa, Australien, Asien und sonstige Länder) sei anzumerken, dass asiatische Sustainable REITs unterrepräsentiert seien, was zum einen an einer mangelnden Initiative der Unternehmen liegen könne oder aber an der fehlenden Transparenz ihrer Nachhaltigkeitsvorhaben. Der australische REIT-Markt weise im Unterschied vergleichsweise ausgereifte und detaillierte Nachhaltigkeitsmerkmale aus. Europa bilde mit 14 REITs die zweitgrößte Nachhaltigkeitsgruppe der Untersuchung. Insbesondere Großbritannien stelle mit neun Unternehmen den größten Anteil und nehme damit die führende europäische Anbieternation von Sustainable REITs ein. Die ebenfalls hohe Anzahl von US-REITs lasse sich einerseits durch den dort generell sehr weit entwickelten REIT-Markt erklären, anderseits sei sie in der umfangreichen, klar strukturierten Nachhaltigkeitsberichterstattung vieler Unternehmen begründet.
Statistisch gesehen sei, wie die Untersuchung zeige, weltweit der Anteil an Sustainable REITs relativ gering. In Deutschland fehlten solche Anlagevehikel bislang allerdings komplett.
Im Zuge der Einführung von G-REITs sei von organisierten Vertretern der privaten Mieter die Sorge geäußert worden, dass die hohen Renditeerwartungen ausländischer institutioneller Investoren an dieses Immobiliensegment zu unsozialen Wohnverhältnissen und kaum noch bezahlbare Mieten führen könnten. In der Folge wurde deutschen REITs die Investition in inländische Wohnimmobilien - sog. Bestandsmietwohnimmobilien - verboten. Aus Sicht der Autoren sei das gesellschaftlich unzweifelhaft relevante Problem lösbar, indem eine künftige Reform des REIT-Gesetzes (REITG) mit speziellen Regelungen zur Förderung von Sustainable REITs flankiert würde.
Hierdurch könne eine Steigerung der Attraktivität von REITs für institutionelle Investoren erfolgen, indem die von den Finanzmarktteilnehmern bei Gründung, Zulassung und dem Betrieb von REITs derzeit beklagten Unzulänglichkeiten abgebaut würden. Mit dem Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) bestünde ein erster Ansatzpunkt für Nachhaltigkeitsregelungen des G-REITs. Prinzipiell spreche nichts dagegen, dass der Gesetzgeber verbindliche Mindestanforderungen z.B. an die Transparenz von Nachhaltigkeitskriterien stellt, um in einer nächsten legislativen Runde REITs attraktiver zu gestalten und gleichzeitig bestehende Anwendungsprobleme des REITG zu lösen.
Im Ergebnis könne die Förderung von Sustainable REITS, also Aktiengesellschaften mit überwiegend umweit-, aber auch sozial verträglichen Immobilien, eine Entwicklungschance für Gesellschaft und die Märkte darstellen.