Immobilienmarktumfeld 2008

In der Immobilien Zeitung Nr. 9 vom 6.3.2008, einem Special anlässlich der Immobilienmesse MIPIM, wird auf Seite 1 unter dem Titel "Deutschland bleibt bunt" eine Prognose über die Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes im Jahr 2008 abgegeben. Dabei wird insbesondere auch das Marktverhalten ausländischer Investoren in Deutschland sowie der deutsche REIT-Markt untersucht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist das Jahr 2007, das ein weiteres Rekordjahr für Deutschland war; bei zehn Transaktionen wurde die 1-Milliarden-Euro-Marke überschritten.

Für 2008 wird die Entwicklung als nicht so optimal prognostiziert, es sei aber dennoch mit einer weiterhin hohen Investitionsaktivität ausländischer Investoren zu rechnen, vielfach auch deswegen, weil sie den rechtzeitigen Exit aus dem Markt in 2007 verpasst hätten. Als Beispiel für das Engagement ausländischer Investoren wird der erste deutsche Reit, die Alstria Office AG, angeführt, der im April 2007 durch die französische Investmentbank Natixis aufgelegt wurde. Weiterhin kaufte die britisch-schwedische Aberdeen der Dresdner Bank deren Immobilien-KAG ab, alle drei 2007 laufenden oder begonnenen Hochhausprojekte in Frankfurt am Main wurden von ausländischen Unternehmen initiiert sowie österreichische CA Immo sicherte sich im Jahr 2007 die größte noch verfügbare deutsche Grundstücksgesellschaft (Vivico). Auch zu Jahresbeginn 2008 sind große deutsche Immobilien-AGs wie Gagfah, DIC Asset und die Deutsche Wohnen mehrheitlich im Besitz ausländischer Aktionäre. Für das Jahr 2008 rechnen die befragten Immobilienberater in Deutschland mit einem Rückgang bei den Transaktionsumsätzen um etwa 15 %-20 %.

Hervorgehend aus der Subprime-Krise soll sich am deutschen Immobilienmarkt in 2008 vorwiegend auf das Schaffen von werten, weniger auf den Handel von Immobilien konzentriert werden. Das Platzieren von börsennotierten Gesellschaften wird als problematisch angesehen, wobei insbesondere der G-REIT als börsennotierte Immobilienaktiengesellschaft betroffen sei. Beispielhaft werden IVG und CA Immo genannt, die ihre G-Reit-Pläne erst einmal verschoben haben. Auch für den Oaktree-Gewerbebestand sei der Börsengang als G-REIT im Jahr 2008 keine Option. Die Subprime-Krise wird vom Pirelli-RE-Chef mit einem weinenden und einem lachenden Auge gesehen: "Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt. Es sind weniger Wettbewerber am Markt unterwegs. Jetzt kommen auch die Langfrist-Investoren zum Zug."

Kommentar: Der G-REIT ist als klassischer Langfrist-Investor konzipiert; das REIT-Gesetz erlaubt den Handel mit Immobilien nur in bestimmen Grenzen (§ 14 REITG). Vielmehr soll der G-REIT auf Bestandsmanagement ausgerichtet sein – insofern ist die Grundkonzeption dieses Investmentvehikels auch in dem aktuell schwierigen Marktumfeld wettbewerbsfähig. Es kann damit gerechnet werden, dass sobald sich die Märkte erholt haben, auch verstärkt von dem steuerlichen Anreizmechanismus, der Exit Tax (§ 3 Nr. 70 EStG), Gebrauch gemacht werden wird, wenn Immobilien wieder an einen German Real Estate Invetsment Trust veräußert werden. Derzeit wird von Unternehmen noch vielfach der Umstand genutzt, dass die Exit Tax auch bei Veräußerung von Immobilien an einen nicht börsennotierten Vor-REIT in Anspruch genommen werden kann. Dem Vor-REIT steht mindestens eine 3-Jahres-Frist bis zur Börsennotierung gem. § 10 Abs. 2 REITG zu.

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