REIT Nummer drei und vier?

Bereits in der Immobilien Zeitung vom 16.4.2009 wurde berichtet (Seite 6), dass die CR Capital Real Estate AG bis Ende 2010 den REIT-Status erlangen will; zur etwa gleichen Zeit wurden die REIT-Pläne der Hamborner AG bekannt gegeben (vgl. bereits Blog-Eintrag vom 17.4.2009). Nunmehr ist allerdings nicht mehr klar, ob die Annahme des REIT-Status durch die Hamborner AG überhaupt noch möglich sein wird, wenn - und das berichtet die Immobilien Zeitung am 30.4.2009 (Seite 3) - ein Anteilseignerwechsel jetzt denkbar wäre: Die HSH Nordbank hat einen möglichen Verkauf der HSH Real Estate (HSH RE), die wiederum eine 51,5 %-Beteiligung an der Hamborner AG hält, in Aussicht gestellt.

Die HSH RE sei Teil eines sog. Abbauszenarios der HSH Norbank, bei dem die Bilanzsumme des Konzerns bis zum Jahr 2012 von 200 Mrd. auf 115 Mrd. Euro abgeschmolzen werden solle. Allerdings dürfe der Effekt eines Verkaufs in diesem Punkt überschaubar ausfallen: 2007 habe die Bilanzsumme der HSH RE bei ewa 654 Mio. Euro gelegen. Auch ein Teilverkauf der HSH RE sei möglich. Im Falle eines Anteilseignerwechsels ist fraglich, ob der neue Anteilseigner die REIT-Pläne der Hamborner AG noch tragen wird - speziell vor dem Hintergrund der spezifischen Anforderungen, die an Anteilseigner eines G-REITs gestellt werden, etwa eine Höchstbeteiligung von (direkt) weniger als 10 %, bleibt dies offen (so auch www.reits-in-deutschland.de).

Gleichermaßen ungewiss ist, ob der CR Capital Real Estate AG bis zum Ende des Jahres 2010 die Annahme des REIT-Status gelingen kann. Mit einem Immobilienvermögen von derzeit rund 14,5 Mio. Euro hat das Unternehmen noch nicht die dafür ausreichende kritische Größe. Als Faustregel wird von Experten regelmäßg ein Immobilienvermögen von 500 Mio. Euro bis zu einer Millarde Euro als Grundvoraussetzung zur effizienten Umsetzung einer REIT-Aktiengesellschaft angenommen. Wenn man sich vor Augen führt, dass ein deutscher REIT per Gesetz alleine über ein Grundkapital von 15 Mio. Euro verfügen muss (§ 4 REITG), wird deutlich, dass dieses Unternehmen wohl noch wachsen müsste.

So werde - vgl. Immobilien Zeitung vom 16.4.2009 - angestrebt, das Immobilienvermögen des Unternehmens jedes Jahr verdoppeln, was im Jahr 2010 einem Bestand im Wert von 60 Mio. Euro entsprechen würde. Geplant seien Investitionen in Ärztehäuser sowie die Entwicklung von Wohnungen, die anhand von KfW-Förderdarlehen finanziert werden sollen. Ferner werde geprüft, ob eine ebenfalls KfW-finanzierte Komplettsanierung baufälliger Altobjekte auch als Neubau qualifizieren könne und damit gem. den Vorschriften REITG machbar sei. Um das geplante Wachstum erreichen zu können, seien künftig zwar auch Kapitalmaßnahmen notwendig, für 2009 sei dies aber nicht geplant. Bei potienziellen Investoren werbe die CR Capital Real Estate AG mit einem Total Return von 11 % p.a. auf das Eigenkapital.