USA: Zwangsvollstreckungen auf Höchststand

Auf www.ftd.de wird berichtet, dass seit der Kreditkrise Zwangsvollstreckungen, bei denen die Bank nach dem Zahlungsausfall des Schuldners dessen Haus in Besitz nimmt, eines der größten Probleme der US-Wirtschaft darstellen. Die so bezeichneten Oreo (= Other Real Estate Owned) haben in den USA signifikant an Bedeutung gewonnen. Gem. der Statistik des Immobiliendienstleisters Realtytrac legte die Zahl der Oreo-Vollstreckungen im Juli um 184 % gegenüber dem Vorjahr auf eine Zahl von 77.295 zu.

Absolut befinden sich 775.244 Häuser in Bankbesitz. Damit machen in den USA Oreo-Immobilien 17 % des Gesamtbestandes an unverkauften Immobilien aus und sind das am schnellsten wachsende Segment bei Zwangsvollstreckungen. Mit einem steigenden Bestand an unverkauften Häusern wächst die Gefahr eines weiteren Preisverfalls der Hauspreise. Etwa der S&P-Case-Shiller-Hauspreisindex erlitt seinen größten Einbruch, seit der Index 2001 aufgelegt wurde (-15,8 %). Dieser Index misst die Entwicklung der Hauspreise in 20 Großstädten. Analysten des unabhängigen Beratungshauses Creditsights gehen davon aus, dass im Jahr 2008 insgesamt 1,2 Millionen Häuser am Markt veräußert werden, alleine bedingt durch Zahlungsausfälle aus Subprimekrediten aus den Jahren 2005 und 2006. Außerdem steigt die Arbeitslosenrate und die Hypothekenzinsen, was die Hausnachfrage weiterhin mindert.